Autor: Nina überarbeitete von Dirk ("Da meiner Ansicht nach die
Informationen im Internet vollständig und gut sein sollten schicke ich ihnen
eine redigierte Fassung ihrer Seite")
Die Pest:
Pest, kommt vom lateinischem Wort "pestis" was soviel wie Seuche oder
ansteckende Krankheit bedeutet.
Auch ein berühmter Name der Pest ist "Der Schwarze Tod".
Dieser Name kommt durch die primäre Pestsepsis, bei der sich die Haut
einige Stunden vor dem Tod dunkel rot färbt, aber dazu später mehr.
Beim Menschen tritt die Pest in vier verschiedenen Formen auf:
» Beulenpest ( Bubonenpest )
» Lungenpest
» Pestsepsis ( Pestseptikämie )
» sehr selten als primäre Hautpest ( am Ort des Erregereintritts
)
Die Pest ist eine sehr schwere, akute, bakterielle Infektionskrankheit, die
schon im Verdachtsfall meldepflichtig ist. Der Erreger ist "Yersina pestis"
der meist von Nagetieren (vorwiegend Ratten) über ihre Flöhe auf den
Menschen übertragen wird. Der Erreger wurde 1894 zeitgleich und unabhängig
voneinander von Yersin und Kitasato entdeckt. Beide veröffentlichten ihre
Ergebnisse, da aber Kitasato einige verwirrende und widersprüchliche Aussagen
machte, wurde der Erreger wahrscheinlich nur nach Yersin benannt: "Yersina
pestis". Die Allgemeinerscheinungen sind hohes Fieber, Schüttelfrost,
Kopfschmerzen, Erbrechen, Unruhe, Benommenheit, Herz- und Kreislaufversagen.
Die Pest-Schutzimpfung mit abgeschwächten Pest-Erregern dient zur Vorbeugung.
Wegen den starken Nebenwirkungen, ist die Schutzimpfung sehr umstritten, aber
für Leute die sich häufiger in Pest-Gebieten aufhalten, ist die Impfung
empfehlenswert.
Durch Vorbeugungsmaßnahmen läßt sich die Pesthäufigkeit
vermindern:
In Ausgangshäfen in denen die Krankheit vorkommt sollte man die direkte
Bekämpfung von Ratten und Flöhen und den Transport der Tiere auf Schiffen
zu verhindern wissen. Wie im Dreißigjährigen Krieg wird auch die
Ausbreitung der Pest bei Hungersnöten und Kriegen aufgrund geringer Wiederstandskraft,
begünstigt.
Erkrankung:
Die Pest wird über Insektenbisse übertragen, die als Parasiten auf
Nagetieren leben. Wenn ihr Wirt verstorben ist, suchen sie sich einen neuen.
Und so wird die Krankheit weiter übertragen, da die Parasiten auch Menschen
befallen.
Der weitverbreitetste Erreger ist der Rattenfloh der als Parasit Wanderratten
befällt. Sehr selten wird die Krankheit über Tröpfcheninfektion
von Mensch zu Mensch übertragen, dann befallen die Erreger die Lunge und
letztendlich auch den gesamten Blutweg des Organismus. Falls jemand an der Pest
erkrankt, muß dieser sofort in Quarantäne und mit Antibiotika (z.B.
Tetracyclinen, Chloramphenicol) in hohen Dosen behandelt werden. Zur Beruhigung
der Wahnvorstellungen und gegen die Linderung der Schmerzen dienen Sedativa
(Beruhigiugnsmittel). Dem Erkrankten wird strengste Bettruhe verordnet, er bekommt
leicht verdauliche Nahrung und sehr viel Flüssigkeit. Die Lymphknoten werden
befallen und schwellen an, wobei eine sehr schmerzhafte, nekrotisierende (zu
absterben führende) Lymphgefäßentzündung und Lymphknotenschwellung
stattfindet.
Folgen:
Wer einmal die Pesterkrankung überstanden hat, ist sein Leben lang immun.
Beulenpest:
Die Beulenpest ist die bekannteste Form der Pest. Die Erkrankten bekommen in
Leistbeugen, Achselhöhlen oder am Hals charakteristische Beulen durch die
geschwollenen Lypmphknoten. Daher rührt der Name "Beulenpest".
Ohne Behandlung verläuft diese Form der Pest in 30 - 75 % tödlich.
Die Inkubationszeit (die Zeit von Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit)
beträgt 2 - 10 Tage.
Symptome und Verlauf der Krankheit:
» plötzliche Kopfschmerzen
» Übelkeit
» Erbrechen
» Gliederschmerzen
» allgemeines Unwohlsein
» Lymphknoten in der Leistbeuge oder (seltener) in den Achselhöhlen
und am Hals schwellen an und schmerzen
» Fieber (mit Schüttelfrost) steigt auf 38,3 bis 40,5 °C
» Puls und Atmung werden beschleunigt
» Der Erkrankte wirkt erschöpft und teilnahmelos
» Beulen schwellen bis auf die Größe eines Hühnereis
an
» bei Aufbrechen oder künstlicher Öffnung der Beulen ist eine
Heilung möglich
» wenn die Krankheit nicht tödlich verläuft, sinkt die Temperatur
nach etwa 5 Tagen und erreicht 2 Wochen später wieder den Normalwert
» sonst tritt etwa nach 4 Tagen der Tod ein
Lungenpest:
Die Lungenpest kommt heute nur noch selten vor. Sie war eine der Hauptursachen
für das schnelle Ausbreiten von Epidemien in kälteren Klimazonen.
Symptome und Verlauf der Krankheit:
» entwickeln sich sekundär aus einer Beulenpest oder primär
durch Einatmen infektiösen Materials
» die Inkubationszeit ist kürzer als bei der Bubonenpest (Beulenpest)
und
» beträgt unter Umständen nur wenige Stunden
» Brustschmerzen
» Fieber
» Husten
» es tritt schleimiger, mit dunklem Blut durchsetzter Auswurf auf der
später dünnflüssig und hellrot wird
» wenn der Erkrankte nur ungenügend mit Antibiotika versorgt wird,
kann sich die Krankheit metastatisch (durch Streuung der Erreger über das
Blut) ausbreiten
» zwei bis drei Tage nach den ersten Symptomen tritt in den meisten Fällen
der Tod ein
Pestsepsis:
Als Pestsepsis bezeichnet man die massenhafte Vermehrung im Blut und deren Ausbreitung
in alle Organe.
Symptome und Verlauf der Krankheit:
» plötzlich einsetzendes, hohes Fieber
» nach ein paar Stunden färbt sich die Haut des Erkrankten dunkelrot
» oft stirbt die Person noch am selben Tag
» die Farbe tritt kurz vor dem Tod auf
» ist Folge des Atemversagens
Die Geschichte der Pest:
Im 1. Buch Samuels, Kapitel 5-6 in der Bibel zwischen 1100 und 100 vor Christus
ereignete sich die erste bekannte Pestepidemie sie wird "die Pest der Philister"
genannt. Aufgrund der beschriebenen Ereignisse dort, kann es sich nur um die
Beulenpest handeln. Man sich schon über die Funktion der Mäuse als
Verbreiter im Klaren !
In der Antike suchte die Pest ab 1080 v. Chr. ihre Opfer. Auch römische
Kaiser (Marc Aurel) entrannen ihr nicht.
Durch folgende Begebenheit wurde im 14. Jh. die große Pestwelle eingeleitet:
am Schwarzen Meer belagerten die tatarischen Reiterhorden unter Khan Djam Bek
das reiche genuesische Handelszentrum Kaffa. Unter seinen Soldaten brach die
Pest aus und der Khan ließ die Pestleichen über die Stadtmauer in
die Stadt katapultieren. Kaffa nahm den Handel nach dem Abzug der Tataren wieder
auf und die mörderische Verbreitung des "Schwarzen Todes" nahm
seinen Lauf: über Konstantinopel erreichte er Sizilien, wenig später
Pisa, und damit ganz Norditalien, von da verbreitete er sich nordwärts
über ganz Europa.
Zwischen 1347 und 1351 wütete die Pandemie zwischen Grönland und Konstantinopel
und kostete 25 Millionen Menschen das Leben, das heißt ein Drittel der
damaligen Bevölkerung des Abendlandes starben.
Vom Dichter Giovanni Boccaccio ist ein beklemmender Situationsberricht vom
Wüten der Pest in Florenz überliefert:
Im Jahre des Herren 1348 brach in Florenz die todbringende Pest aus, die vor
einigen Jahren im Morgenlande ihren Anfang genommen und sich unaufhaltsam bis
ins Abendland ausgebreitet hatte. Alle Mittel, die menschliche Einsicht erdenken
konnte, wurden angewandt. Die Stadt wurde von extra dazu bestimmten Beamten
von allem Schmutz reingehalten, jedem Kranken wurde der Zutritt zur Stadt verwehrt;
trotz alledem hielt die Pest auf furchtbare Art Einzug in die Stadt. Anders
als im Morgenlande, wo den Kranken als erstes Anzeichen Blut aus der Nase drang,
zeigten sich hier bei Männern und Frauen an den Weichen oder in den Armhöhlen
Geschwülste von der Größe eines Apfel oder Eies (Pestbeulen),
die sich binnen kurzem auf dem ganzen Körper ausbreiteten; im weiteren
Verlauf bildeten sich überall blaue und schwarze Flecken; gleich den Pestbeulen
sichere Vorboten des nahen Todes (...)
Ab 1347 wütete die Pest in Europa, ein Drittel der Bevölkerung (25
Millionen Menschen) fielen ihr zum Opfer. Das löste furchtbare Progrome
und Ausschreitungen (besonders im 14. Jh.) gegen die Juden aus denn sie wurden
bezichtigt die Brunnen vergiftet zu haben. Sehr viele Juden wurden zu dieser
Zeit verbrannt. Für die Ärzte des 14. Jahrhunderts war die Pest ein
düsteres Geheimnis. Sie wußten nicht so recht was sie gegen diese
unbekannte Krankheit tun sollten. Sie führten Experimente durch; wie das
Aufschneiden der Beulen mit heißen Eisen oder das Ausräuchern der
Krankenzimmer. Am bekanntesten aber ist der Aderlaß (Blut abnehmen), der
gewöhnlich jedem Patienten verschrieben wurde, ganz gleich was ihm fehlte.
Durch das Bluten sollte überflüssige Körperflüssigkeit abgelassen
und so das gesunde Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Doch meist verschlimmerte
diese Art der Behandlung den Zustand des Patienten noch mehr, da er dadurch
viel schwächer wurde. Damit verringerte sich die Chance auf Heilung. Sie
versuchten es mit den früheren bekannten Arzneien und Kräuter die
Beulen oder das Fieber zu behandeln - ohne Erfolg.
Da die Menschen die Ursachen der Pest nicht kannten, flüchteten sie in
Aberglaube und religiösen Eifertum. Sie suchten Hilfe bei Gott oder Priestern.
Doch nur wenige Geistliche harrten aus an der Seite der Gläubigen und schenkten
ihnen Gehör, ein Gebet oder den letzten Segen. Religiöser Wahn breitete
sich aus: durch Totentänze, bei denen die Menschen in gläubige Ekstase
fielen, versuchte man die Seuche einzudämmen.
Die letzte große Epidemie ereignete sich von 1665 bis 1666 in London,
wo zehntausende Menschen den Tod fanden. Ab dem Jahre 1740 war die Pest in Europa
mehr oder weniger ausgerottet. In Zentralasien, Ost- und Zentralafrika, Madagaskar,
Südamerika und den westlichen USA (Rocky Mountains) tritt die Pest heute
noch häufig auf, pro Jahr werden wieder rund 140 Pesttote gezählt.
In Westindien fielen offenbar durch eine neue Erregervariante 1994 insgesamt
58 Menschen der Pest zum Opfer.
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